Der Staat kündigt eine höhere Mindestpauschale für private Vermieter an, und auf der Insel Krk kann dieses Thema nicht nur eine Steuerfrage bleiben. Es eröffnet eine Debatte über Unterkunftspreise, die Verfügbarkeit von Wohnraum für Einheimische, das Tourismusmodell und den wachsenden Druck der Apartmentisierung.
Angekündigte Erhöhung der Pauschalsteuer für private Vermieter: Was bedeutet das für Krk?
Die angekündigte Erhöhung der Mindestpauschalsteuer für private Vermieter könnte zu einem der sensibelsten Tourismusthemen an der Küste werden, und damit auch auf der Insel Krk. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum: Familienunterkünfte auf Krk sind keine Randtätigkeit, sondern eine der Grundlagen des lokalen Tourismus, der Haushaltsbudgets und der saisonalen Wirtschaft.
Gleichzeitig kann die Debatte aber nicht mehr nur bei dem Satz bleiben: „Schon wieder geht es gegen die Vermieter.“ Krk lebt seit Jahren auch die andere Seite derselben Geschichte: immer weniger verfügbare Wohnungen für die langfristige Vermietung, immer teurere Quadratmeter, immer mehr Immobilien, die als Investition gekauft werden, und ein wachsender Druck, jeden freien Raum in ein touristisches Bett zu verwandeln.
Nach dem derzeitigen System ist die pauschale Einkommensteuer aus der Vermietung eine Einnahme der lokalen Selbstverwaltungseinheiten, und Städte und Gemeinden legen die Höhe der Steuer pro Bett innerhalb der vorgeschriebenen Spannen selbst fest, abhängig vom Index der touristischen Entwicklung. Die derzeitige Spanne für die erste Kategorie liegt bei 100 bis 300 Euro pro Bett, für die zweite bei 70 bis 200 Euro, für die dritte bei 30 bis 150 Euro und für die vierte und nullte Kategorie bei 20 bis 100 Euro.
Nach den veröffentlichten Ankündigungen würde der Staat ab 2027 die untere Grenze der Pauschalsteuer anheben: in der ersten Gruppe der touristischen Entwicklung von 100 auf 150 Euro pro Bett und in der zweiten Gruppe von 70 auf 100 Euro. Das bedeutet, dass den größten unmittelbaren Schlag gerade jene Gemeinden spüren würden, die derzeit bei den niedrigsten zulässigen Beträgen liegen.
In der Stadt Krk beträgt die Pauschalsteuer derzeit 100 Euro pro Bett
Für den lokalen Kontext ist besonders wichtig, dass die Stadt Krk für alle Siedlungen auf ihrem Gebiet eine Pauschalsteuer von 100 Euro pro Bett festgelegt hat. Für eine Unterkunftseinheit auf einem Campingplatz oder in einem Objekt für Robinson-Unterkunft beträgt der Betrag 150 Euro. Der Beschluss wurde vom Stadtrat am 25. Februar 2025 gefasst.
In der Praxis zahlt eine Ferienwohnung mit vier Hauptbetten in der Stadt Krk auf dieser Grundlage derzeit 400 Euro pro Jahr. Würde der neue Mindestbetrag von 150 Euro pro Bett angewendet, würde dieselbe Ferienwohnung mindestens 600 Euro pro Jahr allein für die Pauschalsteuer zahlen. Das ist nicht der gesamte jährliche Aufwand des Vermieters, denn dazu kommen noch Kurtaxe, Mitgliedsbeitrag an den Tourismusverband, Immobiliensteuer, Nebenkosten, Instandhaltung, Reinigung, Provisionen der Plattformen und immer teurer werdende Arbeit.
Deshalb werden die Reaktionen heftig sein. Für jemanden, der eine Ferienwohnung hat und saisonal das Haushaltsbudget ergänzt, ist eine Erhöhung der Pauschale nicht dasselbe wie für den Eigentümer einer größeren Zahl von Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder Investitionsimmobilien. Das Problem ist, dass die Pauschale pro Bett diese Situationen nicht ausreichend unterscheidet. Zwei Betten in einem alten Familienhaus und ein ernsthaftes Apartmentgeschäft sind nicht dieselbe Geschichte, aber das System stellt sie oft in denselben Rahmen.

Vermieter werden versuchen, einen Teil der Kosten auf die Gäste abzuwälzen
Das realistischste Szenario ist, dass ein Teil der Vermieter versucht, die höheren Kosten auf den Preis der Unterkunft zu übertragen. Das bedeutet eine teurere Ferienwohnung, besonders in der Hauptsaison, weil es dann am einfachsten ist, die Differenz „aufzufangen“. Doch genau hier entsteht das nächste Problem: Wenn die Preise weiter steigen, wird Krk nicht automatisch zu einer besseren Destination, sondern zu einer teureren.
In der Vor und Nachsaison kann der Effekt noch unangenehmer sein. Höhere Fixkosten können einen Teil der Vermieter dazu bringen, sich noch stärker auf Juli und August zu konzentrieren, statt die Preise zu senken und die Unterkünfte außerhalb der Hochsaison zu füllen. So kann es passieren, dass eine Maßnahme, die als Teil einer breiteren Marktordnung dargestellt wird, die Saison zusätzlich verkürzt, statt sie zu verlängern.
Andererseits ist es auch nicht realistisch zu behaupten, dass das bisherige Modell ohne Probleme war. Tourismus auf Krk ist längst nicht mehr nur eine Frage von Gästen und Übernachtungen. Es ist eine Frage dessen, wer auf der Insel leben kann, wo junge Familien eine Wohnung finden, ob Arbeitskräfte überhaupt zur Saisonarbeit kommen können und wie viel die lokale Gemeinschaft von Räumen erhält, die kommerziell genutzt werden.
Nicht jede Vermietung ist gleich, aber auch „jedes Loch zur Vermietung“ ist kein nachhaltiges Modell
In der Debatte wird man sicher das Argument hören, dass Familienunterkünfte geschützt werden müssen. Und sie müssen geschützt werden, besonders wenn es um Einheimische geht, die auf der Insel leben und einen Teil ihres eigenen Hauses vermieten. Das war jahrzehntelang Teil des Tourismus auf Krk und hat vielen Familien ermöglicht, zu bestehen, in ihr Haus zu investieren und auf der Insel zu bleiben.
Genauso muss aber auch das gesagt werden, was oft verschwiegen wird: Ein Modell, in dem fast jede Immobilie in kurzfristige Vermietung umgewandelt wird, ist langfristig schädlich für die lokale Gemeinschaft. Wenn Wohnungen nicht mehr zum Wohnen gebaut und gekauft werden, sondern ausschließlich für touristische Einnahmen, dann sind das Ergebnis nicht nur höhere Steuern, sondern auch leere Orte im Winter, ein Mangel an langfristiger Vermietung und Quadratmeterpreise, die für Einheimische unerreichbar werden.
Genau hier liegt das eigentliche Dilemma von Krk. Die Frage ist nicht, ob Vermieter „bestraft“ werden sollen. Die Frage ist, welche Art von Tourismus die Insel will und aushalten kann.

Vielleicht wäre ein gerechteres Modell Mehrwertsteuer auf den Umsatz und nicht eine ständige Erhöhung der Pauschale
Eine mögliche Richtung, so unpopulär sie bei einem Teil der Vermieter auch wäre, wäre die Einführung einer klareren Besteuerung nach dem tatsächlich erzielten Umsatz. Zum Beispiel wäre ein Modell, bei dem sich auch private Vermieter den Regeln für Geschäftssubjekte im Tourismus durch eine Mehrwertsteuer von 13 Prozent auf den Umsatz annähern würden, mit dem Recht auf Abzug der Vorsteuer für tatsächliche Investitionen, Ausstattung und Instandhaltung, wirtschaftlich sauberer als eine bloße Erhöhung der Pauschale pro Bett. Die Steuerverwaltung gibt an, dass es im Mehrwertsteuersystem Sätze von 0, 5, 13 und 25 Prozent gibt.
Ein solches Modell hätte zumindest eine Logik: Wer einen höheren Umsatz erzielt, zahlt mehr; wer in Qualität, Renovierung und legales Geschäft investiert, hat die Möglichkeit, die Vorsteuer zu nutzen; wer wenig arbeitet, würde nicht nach demselben Muster belastet wie jemand, der aus dem Tourismus ernsthafte Einnahmen erzielt. Das wäre nicht einfach umzusetzen und würde sicher Widerstand auslösen, aber es würde eine gerechtere Debatte eröffnen als die jetzige, in der jedes Jahr nur die Grenze der Pauschale verschoben wird, während der tatsächliche Umsatz im Hintergrund bleibt.
Krk braucht eine ernsthafte lokale Debatte, kein Gegeneinander
Dieses Thema sollte auf Krk nicht in zwei Extreme führen. Das erste ist, dass alle privaten Vermieter das Problem seien. Das zweite ist, dass man das System nicht anfassen dürfe, weil es „schon immer so war“. Beides stimmt nicht.
Krk braucht eine Unterscheidung zwischen heimischer Familienunterkunft und Apartmentgeschäft. Die Insel braucht ein Steuermodell, das kleine Vermieter nicht zum Aufgeben drängt, aber auch nicht die endlose Umwandlung von Wohnraum in ein touristisches Produkt fördert. Sie braucht auch eine klare Rechnung: wie viel die lokale Gemeinschaft gewinnt, wie viel sie durch den Wohnungsmangel verliert, wie viel wirklich in Qualität investiert wird und wie viel nur die hohe Nachfrage ausnutzt.
Wenn das nicht geschieht, wird die Erhöhung der Pauschale nur ein weiterer Kostenpunkt sein, der auf die Gäste abgewälzt wird oder einen Aufstand der Vermieter auslöst. Und das zentrale Problem, der Druck der kurzfristigen Vermietung auf das Leben auf der Insel, bleibt gleich.
Die Debatte beginnt erst. Und auf Krk wird sie sicher laut sein.