Elektroautos und Plug-in-Hybride sind auf den Straßen immer häufiger zu sehen, und langsam zeigt sich das auch in privaten Unterkünften. Krk ist eine ausgeprägte Autodestination: Die meisten Gäste kommen mit dem eigenen Auto, bleiben mehrere Tage oder Wochen und fragen immer öfter, ob sie ihr Fahrzeug während des Aufenthalts aufladen können.
Für Vermieter wirft das mehrere praktische Fragen auf: Sollte man sofort eine Wallbox installieren, kann über eine normale Steckdose geladen werden, wie viel kostet das wirklich, wird der Leistungsbegrenzer auslösen und ist es sinnvoll, das Laden den Gästen zu berechnen.
Die gute Nachricht ist, dass das Laden eines Elektrofahrzeugs in einer privaten Unterkunft meistens weder ein großer Kostenpunkt noch ein großes Problem ist. Die schlechte Nachricht ist, dass es zum Problem werden kann, wenn es improvisiert gemacht wird: durch das Fenster, über ein altes Verlängerungskabel, aus der erstbesten Steckdose, die dem Gast am nächsten ist.
Deshalb ist der beste Ansatz einfach: nicht in Panik geraten, nicht im Voraus verbieten, aber klar festlegen, wo und wie das Fahrzeug geladen werden darf.
Gäste erwarten keine Schnellladestation im Hof
Die meisten Gäste, die mit einem Elektroauto anreisen, erwarten nicht, dass eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus eine öffentliche Schnellladestation hat. In der Praxis reicht ihnen meistens langsames Laden über Nacht.
Das bedeutet, dass das Auto über Nacht geparkt bleibt und mit geringerer Leistung geladen wird. Der Gast erhält dadurch genug Energie für Fahrten über die Insel, zum Strand, zum Geschäft, ins Restaurant oder für eine entspanntere Weiterfahrt bis zur nächsten öffentlichen Ladestation.
Das ist wichtig zu verstehen, weil Vermieter oft so reagieren, als würde jeder Gast ein komplett leeres Elektroauto von 0 auf 100 Prozent laden. Das passiert in touristischen Unterkünften nicht so häufig. Im Urlaub wird das Auto meistens weniger genutzt, und das Laden ist meist ein Nachladen, kein „Volltanken bis oben hin“.
Wie viel kostet das wirklich?
Für Vermieter ist der tatsächliche zusätzliche Kostenpunkt am wichtigsten. Für eine einfache und vorsichtige Rechnung kann man einen Rahmen von etwa 0,20 Euro pro kWh. Der tatsächliche Preis hängt vom Tarif, vom Verbrauch, von Netzkosten und von der Gesamtrechnung für das Objekt ab. HEP gibt an, dass sich die Energiepreise je nach Tarifmodell unterscheiden, dass sie die Kosten für die Nutzung des Verteilungs und Übertragungsnetzes sowie die besondere Gebühr für erneuerbare Energiequellen nicht enthalten, und dass für den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2026 auch eine Grenze von 3.000 kWh gilt, über der der Verbrauch nach Tarifposten berechnet wird, die um 35 Prozent erhöht sind.
Eine ungefähre Rechnung sieht so aus:
| Verbrauch des Gastes | Was das bedeutet | Ungefähre Kosten für den Gastgeber |
|---|---|---|
| 10 kWh | kleinerer Plug in Hybrid | etwa 2 € |
| 20 kWh | größerer Plug in Hybrid oder kleinere Nachladung eines Elektroautos | etwa 4 € |
| 30 kWh | gute nächtliche Nachladung eines Elektroautos | etwa 6 € |
| 50 kWh | größere Nachladung eines Elektroautos | etwa 10 € |
| 70 kWh | fast volle Ladung einer größeren Batterie | etwa 14 € |
Bei Plug in Hybriden sprechen wir meistens von einigen Euro. Bei einem vollelektrischen Auto kann der Betrag höher sein, aber auch dann geht es meistens nicht um einen dramatischen Kostenpunkt, sondern um eine Nachladung von einigen Dutzend kWh.
In einem Ferienhaus, das mehrere hundert Euro pro Nacht kostet, ist ein solcher Kostenpunkt meistens vernachlässigbar. Bei günstigeren Ferienwohnungen, besonders außerhalb der Saison, sollte man die Kosten im Blick behalten, aber auch dort sind sie in der Regel kein Grund für einen Konflikt mit dem Gast.
Wallbox oder normale Steckdose?
Eine Wallbox ist die beste und ordentlichste Lösung, aber sie ist nicht für jeden Vermieter verpflichtend.
Eine normale Haushaltssteckdose ermöglicht meistens langsames Laden mit etwa 2,3 kW, eine stärkere einphasige Option kann bei etwa 3,6 kW liegen, und ein dreiphasiger 16 A Anschluss liefert etwa 11 kW. Technische Quellen zum Laden von Elektrofahrzeugen nennen genau diese Werte als typisch: eine Haushaltssteckdose Schuko 230 V/10 A mit etwa 2,3 kW, eine blaue CEE Steckdose 230 V/16 A mit etwa 3,6 kW und eine rote dreiphasige CEE 400 V/16 A mit etwa 11 kW.
In der Praxis bedeutet das:
| Lösung | Am besten geeignet für |
|---|---|
| Normale geprüfte Steckdose | Plug in Hybride und langsames Nachladen über Nacht |
| Stärkere einphasige Steckdose | kleine Ferienwohnungen und Häuser, bei denen kein schnelles Laden nötig ist |
| Wallbox mit geringerer oder einstellbarer Leistung | bessere Kontrolle und sichereres Laden |
| 11 kW Wallbox | Ferienhäuser, Villen und Objekte mit ausreichender Anschlussleistung |
Wichtig: Nicht jede Wallbox bedeutet automatisch „11 kW oder nichts“. Es gibt Geräte, bei denen die Leistung begrenzt werden kann. Genau das ist für touristische Unterkünfte oft die beste Option: nicht so schnell wie möglich laden, sondern ausreichend sicher und ausreichend langsam, damit das Haus normal funktioniert.
Das eigentliche Problem ist oft der Leistungsbegrenzer
Das größte praktische Problem ist nicht die Stromrechnung, sondern die Anschlussleistung des Hauses.
Im Sommer laufen Klimaanlagen, Boiler, Waschmaschinen, Küchengeräte, Poolpumpe, Beleuchtung und Kühlschränke gleichzeitig. Wenn dazu noch ein Auto kommt, das 11 kW zieht, kann der Leistungsbegrenzer auslösen.
Deshalb ist es nicht klug, in die Anzeige „EV Charger“ zu schreiben, nur weil es modern klingt. Wenn das Objekt nicht genug Anschlussleistung hat, wird der Gast unzufrieden sein, und der Gastgeber wird ständig Stromausfälle lösen müssen.
Kluger ist es, realistisch zu schreiben:
„Langsames Laden eines Elektrofahrzeugs ist nach vorheriger Absprache möglich.“
Das ist fair gegenüber dem Gast und sicherer für den Gastgeber.
Eine normale Steckdose kann funktionieren, aber nur, wenn es keine Improvisation ist
Das Laden über eine normale Steckdose kann für gelegentliches langsames Nachladen völlig ausreichend sein. Aber es darf nicht irgendwie gemacht werden.
Es ist nicht gut, wenn der Gast sein eigenes Verlängerungskabel aus der Ferienwohnung, durch ein Fenster, über die Terrasse, Treppen oder den Parkplatz zieht. Es ist nicht gut, aus einer alten Steckdose zu laden, von der niemand weiß, in welchem Zustand sie ist. Es ist auch nicht gut, wenn der Gast selbst entscheidet, wo er sich anschließt.
Am besten ist es, wenn der Vermieter im Voraus einen Ladepunkt festlegt. Noch besser ist es, wenn ein Elektriker die Installation prüft und eine Außensteckdose oder einen Anschluss vorbereitet, der genau für diesen Zweck genutzt wird.
Das muss keine große Investition sein. Oft reicht es, einen sicheren Punkt für langsames Laden einzurichten und dem Gast klar zu sagen, dass das Fahrzeug nur dort geladen werden darf.
Was ist die beste Lösung je nach Objekttyp?
Für Ferienhäuser und Villen ist es am einfachsten, das Laden in den Preis einzubeziehen. Der Gast bezahlt das gesamte Objekt, den Parkplatz, den Komfort und oft auch den Pool. Wenn es eine sichere Steckdose oder eine Wallbox gibt, sollte langsames Laden eines Elektrofahrzeugs Teil der normalen Dienstleistung sein.
Bei einer oder zwei Ferienwohnungen in einem Familienhaus ist es am sinnvollsten, kostenloses langsames Laden über eine Phase nach Absprache zu ermöglichen. Die Kosten sind meistens gering, und für den Gast bedeutet es viel.
Bei größeren Apartmenthäusern ist die Situation anders. Wenn Sie mehrere Ferienwohnungen und mehrere Parkplätze haben, können mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig auftauchen. Dann ist nicht mehr der Preis einer einzelnen Nachladung das größte Problem, sondern die Ordnung: wer lädt, wann er lädt, wie lange und ob das Laden eines Gastes andere stört.
Hier kann es sinnvoll sein, einen Zeitplan, eine Begrenzung, eine Pauschale oder eine Wallbox mit Messung einzuführen. Bei größeren Objekten kann eine Gebühr gerechtfertigt sein, sie muss aber klar und einfach sein.
| Art der Unterkunft | Empfehlung |
|---|---|
| Ferienhaus / Villa | Laden in den Preis einbeziehen |
| Eine oder zwei Ferienwohnungen | kostenloses langsames Laden nach Absprache ermöglichen |
| Größeres Apartmenthaus | Kontrolle, Zeitplan oder Gebühr einführen |
| Altes Haus mit schwacher Elektroinstallation | zuerst Prüfung durch einen Elektriker |
| Objekt mit Pool und vielen Klimaanlagen | Laden nur mit Leistungsbegrenzung |
Ist es sinnvoll, das Laden zu berechnen?
Bei kleinen Objekten oft nicht.
Wenn ein Gast 15 oder 20 kWh verbraucht, sprechen wir von einigen Euro. Wenn der Gastgeber deshalb eine besondere Abrechnung, Messung und Diskussion einführt, kann er kleinlich und unorganisiert wirken.
Bei Ferienhäusern ergibt es meistens keinen Sinn, das Laden zu berechnen. Das ist ein Kostenpunkt, der in den Preis des Aufenthalts eingerechnet werden kann, wie Klimaanlage, WLAN oder Waschmaschine.
Bei kleineren Ferienwohnungen ist kostenloses langsames Laden oft der beste Kompromiss.
Bei Apartmenthäusern mit mehreren Einheiten kann eine Gebühr sinnvoll sein, aber nur, wenn es ein klares System gibt. Ein Ladegerät mit Karte, App oder Aufzeichnung löst einen Teil des Problems, öffnet aber auch neue Fragen: wer führt die Aufzeichnungen, wie wird abgerechnet, wie wird die Rechnung ausgestellt und was passiert, wenn der Gast den Verbrauch bestreitet. Deshalb ergibt eine Gebühr bei größeren Objekten mehr Sinn als bei kleinen Familienvermietern.
Elektroautos sind nicht das Problem, schlechte Kommunikation ist es
Elektroautos sind keine Bedrohung für Vermieter. Sie sind Teil eines neuen Gästeprofils, besonders bei Gästen aus Ländern, in denen Elektrofahrzeuge bereits üblich sind.
Ein Gast, der ein Elektroauto fährt, möchte meistens nur wissen, ob er es nachladen kann und unter welchen Bedingungen. Wenn der Gastgeber klar sagt, dass langsames Laden an einem gekennzeichneten Ort möglich ist, ohne Verlängerungskabel und nach Absprache, verschwinden die meisten Probleme.
Andererseits kann ein vollständiges Verbot ohne Erklärung einen schlechten Eindruck hinterlassen. Noch schlimmer ist es, wenn der Gast erst bei der Ankunft erfährt, dass er nicht laden darf, obwohl er mit dieser Möglichkeit gerechnet hat.
Eine schlechte Bewertung kann mehr kosten als mehrere nächtliche Nachladungen des Autos.
Fazit
Das Laden von Elektrofahrzeugen in privaten Unterkünften wird nicht verschwinden. Es wird immer häufiger vorkommen, besonders auf Krk, wo die meisten Gäste mit dem Auto anreisen.
Für Vermieter ist es am wichtigsten, die Dinge nicht zu verkomplizieren, aber auch nicht zu improvisieren. Nicht jeder muss sofort eine teure Wallbox installieren. Oft reichen eine geprüfte Steckdose, begrenzte Leistung und eine Absprache mit dem Gast.
Das vernünftigste Modell ist dieses:
Ferienhäuser: das Laden in den Preis einbeziehen.
Kleine Ferienwohnungen: kostenloses langsames Laden über eine Phase nach Absprache ermöglichen.
Größere Apartmenthäuser: Regeln, Zeitplan und bei Bedarf eine Gebühr einführen.
Die Kosten sind meistens geringer, als viele befürchten. Bei Plug in Hybriden sind es oft 2 bis 4 Euro. Bei einem Elektroauto handelt es sich meistens um ein Nachladen, nicht um das Laden der gesamten Batterie.
Das Elektroauto eines Gastes sollte man nicht als Problem sehen, sondern als eine weitere Sache, die ein guter Vermieter einfach, sicher und ohne Nervosität lösen kann.